Wie ein globales MedTech-Unternehmen die Mitarbeiterbefragung zur gemeinsamen Aufgabe gemacht hat – mit 94 % Beteiligung bei 8.500 Mitarbeitenden.
Mölnlycke wurde vor über 175 Jahren gegründet und ist heute ein weltweit führendes MedTech-Unternehmen, das sich auf Lösungen für Wundversorgung und chirurgische Eingriffe spezialisiert hat. Mit mehr als 8.500 Mitarbeitenden in Produktion und Vertrieb agiert das Unternehmen in einem komplexen globalen Umfeld.
Mölnlycke verfolgt eine klare Mission: die Versorgung von Menschen und unserem Planeten neu zu gestalten. Diese Mission wird durch ein Employee Value Proposition gestützt, das auf drei Grundsätzen basiert:
Diese Werte prägen maßgeblich, wie Mölnlycke das Mitarbeiterengagement gestaltet – insbesondere den Wandel hin zu einer gemeinsamen Verantwortung im gesamten Unternehmen.
Von papierbasierten Befragungen zu einer modernen Lösung
Vor der Einführung von Eletive im Jahr 2023 setzte Mölnlycke auf eine jährliche, papierbasierte Mitarbeiterbefragung für die Produktion sowie auf eine separate digitale Lösung für Büro- und Außendienstmitarbeitende. Dieses Nebeneinander führte zu operativen Herausforderungen und langen Verzögerungen zwischen Feedback und konkreten Maßnahmen.
Hinzu kamen weitere Einschränkungen:
Ergebnisse standen Führungskräften nicht zeitnah zur Verfügung
Mitarbeitende hatten keinen Zugang zu den Erkenntnissen
Die Analysemöglichkeiten waren begrenzt
Das Engagement wurde überwiegend von HR gesteuert
Das führte zu einem zentralen Problem: Maßnahmen basierten häufig auf veralteten Ergebnissen.
Mölnlycke beschloss, den eigenen Ansatz grundlegend zu überdenken – nicht nur mit dem Ziel, die Mitarbeiterbefragung zu verbessern, sondern ein Modell zu entwickeln, bei dem Engagement gemeinsam getragen wird.
Das bedeutete einen Wandel:
Von HR-gesteuerten Prozessen → zu Eigenverantwortung von Führungskräften und Teams
Von verzögerten Erkenntnissen → zu zeitnaher Transparenz
Von eingeschränktem Zugang → zu vollständiger Offenheit
Von Befragungsergebnissen → zu kontinuierlichem Dialog und Handeln
Chiara Zanchetta, Global Talent & Development Director bei Mölnlycke, beschreibt, wie sich das Engagement von einem HR-gesteuerten Prozess zu einer unternehmensweiten Aufgabe gewandelt hat – bei der Mitarbeitende heute aktiv mit ihren eigenen Ergebnissen und ihrer Entwicklung arbeiten.
Heute können wir wirklich sagen, dass Mitarbeiterbefragungen zum Engagement nicht mehr nur ein HR-Thema sind.
Im Jahr 2023 führte Mölnlycke Eletive ein und etablierte ein neues Engagement-Modell.
Heute führt das Unternehmen zwei Befragungszyklen pro Jahr durch, vollständig digital und unternehmensweit.
Die wesentlichen Veränderungen im Überblick:
Umstellung auf vollständig digitale Mitarbeiterbefragungen – auch für die Produktion
Mitarbeitende, Führungskräfte und HR erhalten direkten Zugang zu den Ergebnissen
Zeitnahe Erkenntnisse ermöglichen schnelleres Handeln
Erweiterte Filter- und Analysefunktionen für tiefere Einblicke
Einführung von offenen Kommentaren und Chat-Funktionen
Ein entscheidender Schritt war, Mitarbeitenden Zugang zu ihren eigenen Daten zu geben – als Grundlage für mehr Eigenverantwortung und Selbstführung.
Führungskräfte und Mitarbeitende befähigen, zu handeln
Engagement ist heute fester Bestandteil der täglichen Arbeit. Führungskräfte kommunizieren vor und während der Befragung aktiv, werten Ergebnisse aus, moderieren Teamgespräche und entwickeln gemeinsam Maßnahmen. HR begleitet diesen Prozess – ohne ihn zu besitzen.
Mitarbeitende können ihre eigenen Ergebnisse einsehen und reflektieren, die Entwicklung ihres Engagements über die Zeit verfolgen sowie aktiv an Diskussionen und Maßnahmen mitwirken.
Dieses Modell stärkt die gemeinsame Verantwortung: Teams arbeiten gemeinsam und kontinuierlich an ihrem Engagement.
94 % Beteiligung durch Vertrauen und Einbindung
Mölnlycke hat eine Beteiligungsquote von 94 % erreicht – durch die Kombination aus Leadership-Commitment, Transparenz und persönlicher Relevanz.
Führungskräfte fördern aktiv die Teilnahme und verbinden die Pulsbefragung mit konkreten Folgemaßnahmen.
Wenn Mitarbeitende sehen, dass Führungskräfte wirklich zuhören wollen, dann antworten sie. Und sie machen mit.
Mitarbeitende verstehen, warum die Befragung durchgeführt wird, wie ihr Feedback verwendet wird und was als nächstes folgt. Die Unternehmensleitung unterstützt dies durch eine konsistente Kommunikation auf allen Ebenen.
Mitarbeitende erhalten individuelle Einblicke – darunter ihre persönlichen Engagement-Trends und die Möglichkeit, auf Basis der eigenen Daten zu handeln. Diese Verschiebung – von einem HR-gesteuerten Tool zu einem Werkzeug, das Mitarbeitende selbst nutzen – hat sowohl die Eigenverantwortung als auch die Selbstführung gestärkt.
Wir sehen, dass der persönliche Einblick unsere Beteiligungsquoten positiv beeinflusst.
Wenn Mitarbeitende erleben, dass ihr Feedback zu echten Veränderungen führt, wächst das Vertrauen – und damit langfristig das Engagement.
Bei Mölnlycke entsteht hohe Beteiligung, weil Mitarbeitende sich informiert, einbezogen und wertgeschätzt fühlen. Klare Kommunikation, Zugang zu persönlichen Einblicken und sichtbare Folgemaßnahmen bilden dafür die Grundlage.
Eine hohe Beteiligungsquote entsteht, wenn sich Menschen informiert, einbezogen und wertgeschätzt fühlen.
Indem Mitarbeitende Zugang zu ihren eigenen Engagement-Daten erhalten, hat Mölnlycke das klassische HR-Tool in etwas verwandelt, das Mitarbeitende aktiv nutzen, um ihre eigene Erfahrung zu verstehen und zu gestalten. Das stärkt sowohl Eigenverantwortung als auch Selbstführung.
So stärken Sie Self-Leadership am Arbeitsplatz
In diesem Whitepaper zeigen wir, wie eine Self-Leadership-Kultur Führungskräfte und HR entlastet und zugleich Mitarbeiterengagement und Performance steigert – eine starke Basis für jede Mitarbeiterbefragung.
Whitepaper herunterladenEbenso wichtig ist die konsequente Nachverfolgung durch Führungskräfte. Wenn Feedback zu sichtbaren Maßnahmen führt und Teams aktiv eingebunden werden, wird Engagement zur gemeinsamen Aufgabe im gesamten Unternehmen.
Wenn Führungskräfte den Prozess aktiv unterstützen und Mitarbeitende sehen, dass ihre Stimme zu konkreten Maßnahmen führt, wird Mitarbeiterengagement zu einer gemeinsamen Verpflichtung. Das ist unser Erfolgsgeheimnis hinter der 94%igen Teilnahmequote bei der Mitarbeiterbefragung.
Technologie, KI und menschlicher Dialog im Zusammenspiel
Technologie spielt eine zentrale Rolle in Mölnlyckes Ansatz. Sie hilft dabei:
Muster und Trends zu erkennen
Bereiche mit Handlungsbedarf zu identifizieren
Führungskräfte gezielt auf Schwerpunkte hinzuweisen
Führungskräfte erhalten konkrete Handlungsempfehlungen, was manuelle Analysen reduziert und schnelleres, fokussierteres Handeln ermöglicht.
Gleichzeitig gilt: Technologie allein reicht nicht aus.
„Technologie kann erkennen, dass der Workload-Score eines Teams gesunken ist – aber nur die Führungskraft und das Team können verstehen, warum das so ist."
Erkenntnisse entfalten ihre Wirkung erst, wenn sie im richtigen Kontext besprochen, verstanden und umgesetzt werden. Hier kommt Leadership und Teamdialog eine entscheidende Rolle zu.
Technologie gibt uns die richtigen Werkzeuge – aber Engagement wächst, wenn Menschen sie nutzen. Die eigentliche Stärke liegt im Gespräch, im Kontext und in der Führung. Das ist die Balance zwischen diesen beiden wichtigen Treibern.
Auf Erkenntnisse folgen immer Gespräche, um sicherzustellen, dass Maßnahmen auf echtem Kontext basieren.
Mölnlycke setzt auf wenige, aber wirkungsvolle Maßnahmen anstelle umfangreicher Aktionspläne.
Teams identifizieren zentrale Handlungsfelder, priorisieren gezielt und setzen konsequent um.
Mit der Zeit entsteht so die Fähigkeit, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen, offen zu kommunizieren und schnell auf Feedback zu reagieren.
Das Employee Value Proposition stärken
Mölnlyckes Engagement-Ansatz ist eng mit dem EVP des Unternehmens verknüpft: Gemeinsame Verantwortung für Engagement, transparenter Zugang zu Ergebnissen, Fokus auf Wohlbefinden und Inklusion, offener Dialog, klarer Bezug zum Unternehmenszweck und kontinuierliche Verbesserung.
Diese Übereinstimmung stärkt die Glaubwürdigkeit – zwischen dem, was Mölnlycke als Arbeitgeber verspricht, und dem, wie das Unternehmen tatsächlich handelt.
Eine Kultur, in der Engagement allen gehört
Mölnlyckes Entwicklung zeigt: Der Wandel im Engagement geht weit über das richtige Tool für Mitarbeiterbefragungen hinaus – er ist vor allem eine Frage der Verantwortung.
Indem das Unternehmen von einem HR-gesteuerten Prozess zu einem gemeinsam getragenen Modell übergegangen ist, hat es eine transparentere, inklusivere und handlungsorientiertere Arbeitsweise geschaffen.
Mitarbeiterengagement ist keine einmal im Jahr stattfindende Aufgabe mehr. Es wird kontinuierlich von Führungskräften und Teams gemeinsam gestaltet.
Chiara betont, wie wichtig es ist, bei der Maßnahmenplanung Qualität vor Quantität zu stellen. Statt umfangreicher Aktionspläne erzielt Mölnlycke stärkere Ergebnisse durch wenige, aber gezielt priorisierte Maßnahmen – unterstützt durch KI, die dabei hilft, die richtigen Schwerpunkte zu setzen.
Was für uns gut funktioniert: weniger Maßnahmen, dafür wirkungsvolle. Und KI hilft uns, die richtigen Ansatzpunkte zu identifizieren. Hier können wir KI und den menschlichen Faktor wirklich gut verbinden.
KI für HR-Teams
Erfahren Sie, wie KI Ihre HR-Strategie unterstützt – für datengestützte People-Entscheidungen, die Mitarbeiterengagement und Mitarbeiterbefragung stärken.
KI-Guide herunterladen